Erste Erfahrung des afrikanischen Grooves

Aktualisiert: 19. Mai 2021

Meine erste Begegnung mit afrikanischen Rhythmen habe ich noch lebhaft in Erinnerung: nach dem Trommelkurs mit J.C. Commodore aus Ghana strampele ich im Takt der Ewe-Glocke im November 1981 nachts auf meinem Fahrrad durch die verschneiten Straßen in Göttingen, jeder Pedaltritt ein Beat:


DUN . TA . TATA . TA . TA . TADUN ...ohne Ende, voll ergriffen, wie zeitlos fließend...


16 Jahre später verrät mir Master Kanon in Gambia seinen Tip für einen guten Groove:

„Il faut de pedalee!“ = man muß die Hände locker rundlaufen lassen wie beim Fahrradfahren...


Ebenso wichtig für einen ungehinderten rhythmischen Fluß ist eine befreite Atmung, die schon beim längeren Spielen eines ganz einfachen Rhythmus einsetzen kann, z.B.:

DIGIDUN - TSCHACKADUN - Probier es aus - die Kraft liegt in der Einfachheit!


Letztlich entscheidend für einen authentischen Groove war bei mir aber eine Öffnung und ein Loslassen im Geist, initiiert durch die vielfältigen Erlebnisse auf meiner ersten Afrika-Reise 1982 mit dem VW Käfer durch die Sahara...




...bis nach Accra in Ghana, wo ich ganz außergewöhnliche rhythmische und spirituelle Erfahrungen bei Fetischpriester AJA JOSEPH KPANI ADDY machen durfte:





Auf seinen Trance-Tanz-Zeremonien wurde die uralte afrikanische rhythmische Seele in Form der Tigari-Geister durch die Trommeln zum Leben erweckt:



Ein unvergeßliches Erlebnis, das mich damals zu folgenden Versen inspirierte:



Trommeln ist Vertrauen In den Fluß des Geschehens Ist Veränderung Und dennoch Getragenwerden Durch die Wiederkehr des Gleichen Der Puls ist wie der Boden Er ist einfach da Tanz verbindet mit dem Boden Der einfachste Schritt Das einfachste Trommel-Pattern Kann zur Offenbarung werden



MONOTON IST SCHÖN : beim Trommeln und Tanzen kann der rastlose Intellekt endlich einmal ausruhen und uns einer viel älteren Daseinsform überlassen - der einfachen Lebensfreude.“




Wenn du vor dem Tigari-Ensemble tanzt und nichts mehr hörst außer dem schwirrenden Sound der Kalebassen, dann hebt dein Geist ab und du fliegst...









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